„Zukunftsimpulse – Themen der Region“

Eine Reihe des Netzwerk Salzkammergut & des E.I.K.E.-Forum-Woferlstall Freitag, 10. Februar 2017, 19.30 Uhr, Woferlstall, Bad Mitterndorf

Warum sich Ausseer und Hinterberger so gut verstehen

Zur komplizierten Geschichte des Salzkammergutes

Vortrag + Gespräch

Grubegg Stich

Von außen betrachtet erscheint das Salzkammergut als etwas Einheitliches, eine Landschaft geprägt durch Berge, Wälder und Seen - und vor allem die B 145. Aber die Geschichte des Salzkammerguts ist kompliziert. Denn sie besteht eben aus mehreren „Geschichten“ und einem Transformationsprozess: Nebeneinander existierende, sehr geschlossene Herrschaftsgebiete zur Organisation und Verwaltung der Salzgewinnung – das oberösterreichische und das steirische „Kammergut“ - verwandelten sich im 19. Jahrhundert in eine Tourismusregion. Eine alte Bergbau- und Industrielandschaft mutierte zu einer begehrten „schönen“ Landschaft. Und nicht nur die Einheimischen, sondern vor allem auch Adelige und Bürger aus den Zentren des Habsburgerstaates prägten das neue Bild dieser Landschaft wesentlich mit. Das heutige Salzkammergut ist nicht einheitlich: Für Außenstehende vielleicht merkwürdig erscheinend verläuft es über mehrere Bundesländer und ist als Tourismusregion ständig gewachsen. Es gibt nicht ein Zentrum, sondern mehrere Zentren, die sich jeweils für den Mittelpunkt halten und mit den anderen konkurrieren. Es gibt Teilregionen, die miteinander nichts zu tun haben. Und es gibt Gegensätze und Konkurrenz zwischen manchen Orten und Teilregionen, die auf einer gemeinsamen Geschichte beruhen. Das Verhältnis zwischen Ausseern und Hinterbergern, immer noch Anlass für gelegentlich ironische bis feindselige wechselseitige Bewertungen und die Schwierigkeit, aus Vernunftgründen miteinander besser zu kooperieren, hat mit einer langen gemeinsamen Geschichte zu tun. Die Veranstaltung im Woferlstall bemüht sich, zur Aufklärung dieser komplizierten Geschichte einen bescheidenen Beitrag zu leisten.

Zu den Referenten: Günther Marchner, hat an der Universität Geschichte und Politikwissenschaften studiert, lebt in Salzburg und Bad Mitterndorf und ist als Organisationsentwickler, Moderator und Projektentwickler in den Themenfeldern Regionalentwicklung, Wissen und Kreativpotenziale sowie in der universitären Lehre tätig; er ist Gründungsmit-glied der Genossenschaft „conSalis“-Entwicklungsberatung in Salzburg. Christian Dirninger, Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Salzburg, beschäftigt sich als gebürtiger Ausseer immer wieder mit der Geschichte des Salzkammergutes, zuletzt in dem gemeinsam mit Thomas Hellmuth und Anton Thuswaldner veröffentlichten Buch "Salzkammergut schauen. Ein Blick ins Ungewisse".

Mit Unterstützung von: RAIFFEISENBANK STEIRISCHES SALZKAMMERGUTRaiffeisen-Logo Farbe


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