Eckzimmerung

„Zukunftsimpulse – Themen der Region“ Eine Reihe des Netzwerk Salzkammergut & des E.I.K.E.-Forum-Woferlstall – Freitag, 10. März 2017, 19.30 Uhr, Woferlstall, Bad Mitterndorf

Häuser aus Holz.
Wo altes Wissen zum Zukunftspotenzial wird

Vortrag & Gespräch

Referenten: Friedrich Idam & Günther Kain

Holz als Baustoff für Wohnhäuser hat im Salzkammergut die längste Tradition. Bereits die Bauten der Hallstattzeit waren aus Rundstämmen gefügt und mit gespaltenen Lärchenschindeln gedeckt. Erst die Holznot durch den nahezu unstillbaren Holzhunger der Salinen hat die ursprünglichen, massiven Blockbauten verdrängt. An ihre Stelle traten holzsparende Skelettbauweisen aber auch Ersatzbaustoffe wie Stein und Ziegel. Obwohl diese holzsparenden Bauweisen immer wieder von der Obrigkeit angeordnet wurden, hat sich im Salzkammergut der Holzbau und damit altes Erfahrungswissen über lange Zeiträume erhalten.
Industriell gefertigte Baustoffe und normierte Bauweisen bestimmen in den letzten hundert Jahren immer mehr auch das regionale Baugeschehen. Dennoch ist bei vielen Menschen eine Sehnsucht nach guten, dauerhaften und vor allen Dingen gesunden Baustoffen spürbar. Holz ist heutzutage kein Mangelprodukt mehr. In der Region wächst mehr Holz nach, als verbraucht wird. Daher stellt sich die berechtigte Frage, ob es nicht sinnvoll wäre im Salzkammergut wieder massive Holzhäuser zu bauen. Im Vortrag und der anschließenden Diskussion werden die Vorteile aber auch mögliche Nachteile des Baustoffes Holz besprochen. Wie witterungstauglich ist Holz? Kann der Wert von altem Wissen durch moderne Forschungsergebnisse belegt werden? Können wir etwas aus alten Häusern lernen? Kann die Verwendung von Holz regionale Wirtschaftskreisläufe stärken? Welches Zukunftspotenzial liegt in der Verknüpfung von Erfahrungswissen mit moderner Forschung?

Zu den Referenten:

Günther Kain, hat an der Fachhochschule Salzburg Holztechnologie und Produktentwicklung studiert, an der TU München als Naturwissenschaftler promoviert und die Zimmermeisterprüfung abgelegt, lebt in Bad Goisern und ist als Professor an der HTBLA in Hallstatt tätig. Er ist selbstständig als Holztechniker und Bauphysiker und auch praktisch als Handwerker tätig.
Friedrich Idam, hat an der TU Wien als Denkmalpfleger promoviert und ist Professor an der HTBLA in Hallstatt im Fachbereich Restauriertechnik, selbstständig als Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger u.a. für Bauphysik historischer Baukonstruktionen und für ICOMOS Austria in der World Heritage Monitoring Group tätig. Vor seinem Studium hat er das Handwerk des Holzbildhauers erlernt und baut immer noch mit Begeisterung am eigenen Haus in Hallstatt.


Mit Unterstützung von: RAIFFEISENBANK STEIRISCHES SALZKAMMERGUT